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Warum Online Poker Spieler mehr von einem Poker Mindset Coach haben

Auch ich als Poker Mindset Coach bin berührt, wenn ich Durchbruchserlebnisse miterlebe. Hatte ich bisher mit Poker Spielern zu tun, die hauptsächlich live und eher nebenher online SnG-Partien spielen, konnte ich letztes WoE mit jemand arbeiten, der online pro Minute 30 Hände spielt. Mir wurde mehrere...

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Neuroforschung, Behavioral Finance, semi-professionelles, Tilt-Verhalten von Pokerspielern

Posted by christophdwahlen | Posted in Uncategorized | Posted on 31-12-2008

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Verbessern Sie Ihr Spiel mit mental Coaching!

Verbessern Sie Ihr Spiel mit Mental Coaching!

Wie Poker Mindset Coaching hilft nach einem Bad Beat / Pot Gewinn wieder rational zu handeln!

Erkenntnisse der Neuroforschung dokumentieren die genauen Vorgänge im menschlichen Gehirn, wenn wir (antizipieren das wir) Geld verlieren. Britische Forscher um Ben Seymour vom Wellcome Trust Centre for Neuroimaging in London untersuchten Gehirnaktivitäten von Pokerspielern (aufgepasst! und damit JEDER DER EINE ANLEGEENTSCHEIDUNG trifft, wie Structured Products Händler, Daytrader, Portfolio-Manager, etc. oder der private Anleger) am Spieltisch. An dieser Stelle sollen die Ergebnisse des Wissenschaftsmagazin „Journal of Neuroscience“ erläutert, Implikationen aufgezeigt und Lösungen dargestellt werden.

Warum Geld verlieren schmerzt!

Unser Gehirn verursacht die gleichen Emotionen bei Geldverlust wie bei Angst, Bedrohungen und körperlichen Schmerzen. Und, wie wir alle wissen, wird der rationale Verstand ausgeschaltet, wenn das Gefühl der Angst dominiert. Da können Sie soviel rational Wissen über Varianz, Strategien und Bankrollmanagement, wie sie wollen; es wird ihnen nichts nutzen!

Angst ist – evolutionshistorisch betrachtet – ein sinnvolles Mittel, um uns vor Gefahren zu schützen und unser Leben zu retten. Hormone werden ausgeschüttet, die dem Körper signalisieren, dass er sich auf eine Verteidigungsreaktion vorbereiten muß. Der Hypothalamus aktiviert den sympathischen Zweig des autonomen Nervensystems (ANS) und versetzt ihn in einen Zustand erhöhter Erregung, die dem Körper Kampf und Flucht ermöglicht, bzw. ihn erstarren lässt. Doch beim Pokerspielen taucht kein Säbelzahntiger oder hinterhältiger Angreifer auf, vor dem man wegrennen sollte, vor Angst erstarren, oder den man mit Gewalt bekämpfen muß. Pokerspieler sind auf den Einsatz ihres rationellen Verstandes angewiesen. Doch der Mensch kommt, mit dem Verstand, nicht gegen die Kräfte der Evolution an, die uns dabei geholfen haben Millionen von Jahre zu überleben. Der Mensch in der Falle?

Was geschieht genau in unserem Gehirn?

Antizipiert unser Gehirn einen potentiellen Gewinn wird das Striatum besonders aktiv. Es ist Teil der Basalganglien, die zum Großhirn gehören. Das Corpus Striatum ist die Eingangsstation der Basalganglien. Gleichzeitig ist es Bestandteil wichtiger neuronaler Regelkreise, für den frontalen Lappen unseres Gehirns. In ihm werden Motivation, Emotion und Kognition „verschaltet“. Die MRT-(Magnetresonanztomografie) Aufzeichnungen von Pokerspieler haben folgenden Sachverhalt nahegelegt: das Gehirn reagiert bei einem antizipierten finanziellen Verlust anders als bei einem möglichen Gewinn! Genauer: die hinteren Gehirnregionen werden bei drohendem Verlust, die Vorderen bei erwartetem Gewinnen aktiv. Um den Schmerz zu verhindern, steuert das Gehirn das Verhalten entsprechend. Bei der Einschätzung der Situation spielen in der Vergangenheit gemachte Erfahrungen eine wesentliche Rolle. Angewendet auf die „reale“ Welt des Pokerns heisst das: hat der Mensch eine Reihe von Verlusten hinnehmen müssen – Bad Beats (Pokerspieler), Mistrades (Daytrader) oder schlechtes Positiontrading (Portfolio-Manager oder Privat-Anleger) – ist er traumatisiert (siehe auch: mydaytrader.wordpress.com). Und, es festigt sich schleichend eine Phobie. Also eine irrationale Furcht vor Objekten und Situationen, die in keinem Verhältnis zur realen Gefahr steht. Und, die Phobie, auch wenn es in dieser Welt wenige hören möchten, hat einen hohen Erklärungsgehalt für irrationales, semi-professionelles Verhalten von Spieler und Investoren, bzw. der aggregierten Version, dem „Markt“.

Und weiter? Was können Pokerspieler im Heads Up konkret für den Alltag lernen? Liegt ein Trauma oder eine anhaltende Bedrohungsempfindung des Geistes vor, reagiert das Gehirn so, als stehe es unter starkem Streß und erlebt eine Bedrohung. Resultat: Obwohl das tatsächliche traumatische Ergebnis schon seit längerem beendet ist und die Bedrohung durch rationelles Verhalten abgewendet werden kann, fordert das limbische System vom Hypothalamus weiterhin, das ANS zu aktivieren und den Körper auf Kampf, Flucht oder Erstarren vorzubereiten. Damit befindet sich der Körper in einem Zustand chronischer ANS-Aktivierung, auch Hyperarousal genannt.

Dieser führt zu körperlichen Symptomen, die das Fundament für – sich langfristig chronifizierende –Angst-, Panik-, Schwäche- und Erschöpfungsgefühle sowie Muskelsteifheit, Konzentrationsschwierigkeiten und Schlafstörungen legen.

Während in der psychologischen Fachliteratur überwiegend die weit verbreitete Höhen-, Flug-, Spinnenangst, Klaustrophobie, oder Angst vor dem Sprechen vor großen Menschenmassen oder Mäusen thematisiert wird, bleiben die Auswirkungen von Phobien bei betriebswirtschaftlichen und spieltheoretischen Aspekten weitgehend unbeachtet. Eine lobenswerte Ausnahme ist die junge Fachrichtung der Behavioral Finance, die sich mit den Auswirkungen der Psychologie auf das menschliche Investitionsverhalten (wenn ein Pokerspieler raised, folded oder checked ist das eine Investitionsentscheidung !) beschäftigt. Damit schliesst sie eine Lücke in der Betriebswirtschaftslehre, zu der auch die Spieltheorie gehört, die bis dato praktisch ohne Rückgriff auf die wissenschaftliche Psychologie entstanden ist.

Die Logik der Angst

Kommen wir zurück auf die britischen Neuro-Forscher, die betonen: „Die von uns gemachten Erkenntnisse spiegeln auch jene wieder, die in Gehirnen von Mäusen aufgetreten sind“. Damit wird belegt, dass finanzielle Verluste im Gehirn genau an der Stelle erzeugt werden, wo auch die Schmerz und Leid Wahrnehmung lokalisiert wurde. Seymour verdeutlicht „Ebenso wenig wie jemand Geld verlieren möchte, will niemand Schmerz erfahren. Daher ist es sinnvoll, den Abwehrmechanismus dieser Erfahrungen miteinander zu verbinden“. Nur leider produziert der Abwehrmechanismus hierbei keine rational abgewogenen, gut sortierten Gedanken, sondern erzeugt Panik – als Folge der Angst.

Richard Peterson fasst die Effekte dieses Verhalten als Loss Avoidance System übersichtlich zusammen. Der Mensch, der unter den Bedingungen einer unsicheren, hochriskanten Umgebung der Finanzmärkte (dem Arbeitsfeld des Pokerspielers sehr ähnlich: die Mitspieler wollen nur sein Geld und er kennt die Karten seiner Mitspieler nicht) handelt, agiert so, dass er Verluste vermeidet. Damit erklärt man irrationales Fehlerverhalten wie:

Zögern – Pokerspieler folded auch bei gutem Blatt.

Dispositionseffekt – Der Pokerspieler called/checked trotz guter Pocket Karten nicht („ginding“); oder er raised bei overcards zu aggressiv und kommt durch herausposaunen der „Tells“ nicht dazu „Fische zu fangen“.

Starres Festhalten an Strategien – Unflexibilität in der Entwicklung von Spiel- und Musterstrategien hindert fortgeschrittene Spieler daran in höhere Klassen vorzustoßen.

Stolz – Pokerspieler wollen die einmal getroffene Entscheidung z.B. beim turn zu raisen (von externer Seite) bestätigt wissen, auch wenn die Gewinnwahrscheinlichkeit nach dem Aufdecken gesunken ist.  Schliesslich haben sie sich erst vor kurzer Zeit eine gut begründete Meinung gebildet. Auch wenn sich die äusseren Umstände (der Flop ist dem Gegner in Hände gelaufen) seit der Entscheidung geändert haben, bleiben sie bei Ihrer Strategie agressives Verhalten. Durch dieses Verhalten verlieren sie überproportional zu viel.

Wie löst man das Problem?

Fassen wir zusammen: Ist die Verlusttraumatisierung einmal in Gang, ist ein Teufelskreis geschlossen. Der ursprüngliche Zweck der Angst, das Überleben zu sichern, schadet den Spielern und Händlern jetzt, da die realen Bedrohung längst nicht mehr existiert. Ein Ausweg aus dieser Situation kann der Verstand nicht liefern! Sonst würde man ja keine irrationellen Entscheidungen treffen, nicht wahr! Gut ist kognitive Verhaltenstherapie. Effektiver sind hypno-systemische Methoden, zu denen ich u. a. EMDR, Zeitlinienarbeit,verschiedene Phobie-Modelle, aktives Meditieren zähle. Wichtig ist das Reiz-Reaktions-Schema „manuell“ aufzubrechen, letztendlich Neuronen neu zu verschalten, indem negative Emotionen von dem ursprünglichen Ereignis entkoppelt werden.

Poker ist nicht nur ein Spiel, sondern ein Markt mit viel Potenzial und Geld. Phobien zu erkennen und aufzulösen ist der Anfang für die Persönlichkeitsentwicklung und die Grundlage einer erfolgreichen Karriere. Selbstverständlich überlasse ich es Ihnen zu glauben, das es sich für einen Spieler und Trader durchaus lohnt für die Turnier und Handelsvorbereitung neben traditionellem Training auch in Mental Coaching zu investieren. Sie werden noch positiver denken, erfolgreich sein und effektiv Phobien auflösen. Lassen Sie Ihr Unterbewusstsein als Ihr persönlicher Wunscherfüller für sich arbeiten!

Ein Pokerspiel ist, nüchtern betrachtet, eine Reihe von finanziellen Entscheidungen, den Kauf- und Verkaufsentscheidungen eines Traders sehr ähnlich! Wenn Sie wissen wollen, was man machen kann um Tilts zu minimieren schauen Sie doch einmal in das folgende Buch: http://pro-mental-coaching.com/mentaltraning-fuer-den-erfolgreichen-daytrader.php